Agentur für Anerkennung

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Neue Kritik über Der Horatier erschienen

Von Anja Quickert im Theater Heute, Oktoberausgabe 2017

[…] Ebenfalls im Modus subjektiver Geschichtsauffassung hat die AGENTUR FÜR ANERKENNUNG ihre Arbeit an Heiner Müllers “Horatier“ im Theater unterm Dach wieder aufgenommen. In Müllers Adaption der antiken Legende vereint die titelgebende Figur den unlösbaren Widerspruch in sich, gleichzeitig staatstragender Held und Mörder der eigenen Schwester (=Familie) zu sein. Dass sich aus “Verdienst“ und “Schuld“ keine einfache Quersumme bilden lässt, vollziehen die fünf Protagonist*innen zuerst an den eigenen Künstler- bis Fluchtbiografien nach, bevor sie dem ungekürzten Versepos eine gemeinsame Stimme verleihen. Dabei bricht das biografische Moment die (sprachliche) Hermetik des Müllerschen Lehrstücks zwar nicht auf, im Nebeneinander von Nahem und Fernen wird das Abstrakte aber greifbarer: “Was ich nicht ertrage, ist die Unschuld der Menschen.“ (Heiner Müller)